Auszug aus der Festschrift

50 Jahre Hannoverscher Aero-Club e.V. – Luftsportgeschichte einer Stadt – 1921 – 1971

Segelfliegen – eines der letzten Abenteuer der Zeit

Autoren:   Leonhard Kampczyk – Joachim Zühlke –  1971
 

Das Jahr 1971 steht ganz im Zeichen des Jubiläums: 50 Jahre Hannoverscher Aero-Club.

Man darf sagen, dass Flugsportbegeisterte aus allen Bereichen einen großen Anteil an der Entwicklung der Luftfahrt und des Luftsports hatten. Männer, wie Arthur Martens, wie Fritz Hentzen, die ersten Rekordflieger auf der Rhön, wie Gerhard Sophus Rexhausen, der mit seinem Ballon-Team von Bitterfeld nach Schottland flog, und Hans Böttcher, der als erster Pilot ein 500-km-Dreieck flog, und die Deutschen Rekorde über ein 100-, 200-, 300- und 500-km-Dreieck verdienen erwähnt zu werden. Oder wie Günther Sämann, der als erster Hannoveraner nach 1945 einen (Modellflug)-Weltmeisterschaftspreis nach Hannover holte. Blickt man einmal zurück auf die letzten 20 Jahre, dann weiß man, mit welcher Begeisterung in diesem Verein gewirkt und geschaffen wurde:

 

  • 1951 wurde der erste Schulgleiter wieder zusammengebaut.
  • 1952 wurde ein Leistungsdoppelsitzer „Mü 13E“ gekauft. Der Aufbau der Flugzeughalle und des Klubhauses auf dem Flughafen Hannover- Vahrenwalder Heide begann.
  • 1953 verfügte der Verein über eine geschlossene Halle von 190 qm, eine Werkstatt von 120 qm und eine Wohnung mit Klubraum für 40 Personen. Gleichzeitig wurde im Eigenbau eine Startwinde und ein Übungssegelflugzeug „Grunau-Baby“ selbst gebaut. Ein Leistungssegelflugzeug „L-Spatz“ kam hinzu.
  • 1955 wurde das erste Motorflugzeug angeschafft, ein Schulgleiter vom Typ SG 38 durch die Leibnizschule übernommen.
  • Bereits 1956 entstand mit dem „AV 36“ Nurflügler der nächste Eigenbau. Ein zweites Grunau-Baby kam hinzu. Das zweite Motorflugzeug, wieder eine Bücker 181, wurde erworben.
  • 1957 begann der Abbau der Halle und der Ausbau einer Notunterkunft in der Brinker Hafenstraße. Trotzdem wurde eine zweite Schleppwinde gebaut. Eine Cessna 170 B vervollständigte den Park der Motormaschinen.
  • Mitte 1958 begann die Erschließung des heutigen Segelfluggeländes Vahrenwald-Nord. Die Flugzeughalle wurde zum dritten Male aufgebaut.
  • 1959 kam die Werkstatt dazu. Das Gelände des Klubhauses wurde erworben. Es wurde ein neuer Doppelsitzer „Ka 7“ gekauft und ein Leistungssegler „Ka 8“ selbst gebaut. Das neue Platzgelände erforderte viele Arbeitsstunden für Planierungen, Erdkabelverlegungen, Einzäunungen und Gartenarbeiten, von denen ja jeder, der ein Haus baut, ein Lied singen kann.
  • 1961 wurde das Klubhaus in Betrieb genommen, das 150.000 DM gekostet hat.
  • Eine „Ka 8“ wurde von den Klubmitgliedern 1964 gebaut.
  • 1965 wurde in eigener Regie eine „Rhönlerche“ gebaut und eine „Ka 6 CR“ angeschafft. Von 1968 bis 1970 wurde eine Doppeltrommel-Startwinde gebaut, die auch heute noch als das modernste Startgerät in weiter Umgebung gilt.
  • 1969 wurde eine „Ka 6 E“ gekauft.

 

Einen letzten Eigenbau hat der Hannoversche Aero-Club z.Z. in der Werkstatt: Ein doppelsitziges Leistungssegelflugzeug vom Typ „ASK 13“ geht unter der fachkundigen Leitung der HAeC-Mitglieder der Vollendung entgegen.

 

Der Geist, mit dem einst die Männer des Hannoverschen Vereins für Flugwesen auf die Rhön hinauszogen, lebt im Hannoverschen Aero-Club weiter. Die Freude am Segel- und Modellfliegen ließ diesen Klub zu einer großen Gemeinschaft werden, denn das Segelfliegen ist eines der letzten Abenteuer unserer Zeit.